Die Hachenburger Service gGmbH (HSG) hat in ihrem Intergrationsunternehmen Delfin spürbar in die Maschinenausstattung der Wäscherei investiert. Hintergrund für diesen Schritt, der Arbeitsplätze von beeinträchtigten Mitarbeitern sichert und neue Arbeitsplätze schafft, ist die starke Auftragssteigerung. Diese ist zustande gekommen, durch einen auf lange Zeit geschlossenen Vertrag mit einem großen Altehilfeträger, der im nördlichen Rheinland-Pfalz vier Seniorenzentren betreibt.
Dadurch wurde es notwendig, die Waschtechnik der Textilpflege Delfin zu erweitern. Eine Waschtakt-Anlage, auch Waschstraße genannt, ergänzt nun die vorhandenen Anlagen und ermöglicht einen wesentlich effizienteren Betrieb. Mit dem Einführen eines neuen barcodegestütztem Kennzeichnungssystem für Oberbekleidung, war es erstmalig möglich, die Wäsche bewohnerbezogen zu verpacken.
Ein in die Anlage integrierter Abwasserwärmetauscher erwärmt das für den Waschprozess benötigte Frischwasser, womit ein wichtiger Beitrag zur Energieeinsparung geleistet und großer ökologischer Nutzen erzielt wird. Neben der technischen Erweiterung konnten vier weitere Arbeitsplätze geschaffen werden, davon zwei für Mitarbeiter mit Schwerbehinderung.
Insgesamt sind in der Textilpflege der Hachenburger Service GmbH nunmehr 30 Personen beschäftigt, davon 16 mit Schwerbehinderung oder anerkannter Gleichstellung. Geschäftsführer Winfried Weber sieht die Position des Integrationsunternehmens auf dem Markt der Wäscheversorgung für Pflegeeinrichtungen dadurch gestärkt, dass man auf besondere Kundenwünsche eingehen und zusätzliche Waschkapazität bereit stellen könne. Weber sagt: "Das sichert nachhaltig die Arbeitsplätze von behinderten und ehemals langzeitarbeitslosen Menschen."
Einer neuen Zukunft geht das Schullandheim Höchstenbach entgegen. Schrittmacher ist neben dem Eigentümer, dem Schullandverein Rheinhausen, vom 1. Mai 2008 an die Hachenburger Service Gesellschaft (HSG). Die Integrationsfirma ist eine gemeinnützige Tochter des Vereins für Behindertenarbeit und betreibt zum Beispiel seit einigen Jahren in Hachenburg das Textilpflegeunternehmen Delfin. Für die HSG ist es die Weiterentwicklung einer gewachsenen Partnerschaft, denn Wasch- und Putzdienste werden schon seit Längerem für das Schullandheim übernommen.
Doch in Zukunft wird vieles anders. Aufbauend auf dem bewährten Angebot des Schullandheimes will die HSG das Haus für die Region öffnen und durch ein erlebnispädagogisches Konzept attraktiver machen. Basis soll ein Hochseilgarten in Ortsnähe werden - womöglich können die intensiven Planungen noch bis Ende des Jahres in die Tat umgesetzt werden. Wie fundiert die HSG ans Werk geht, lässt sich unter anderem daran ablesen, dass mit Jurek Weber (25) ein ausgebildeter Sportlehrer die pädagogische Leitung des Hauses übernimmt. An weiteren Ideen mangelt es ihm nicht: Kanuausflüge, Floßbau und Fußballprojekte gehören zu den Anreizen, die den Schülern, aber auch allen anderen Gruppen von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen den Aufenthalt in Höchstenbach unvergesslich machen.
Für Walter Burchgardt, Vorsitzender des 1959 gegründeten Schullandheimvereins Rheinhausen, war die Übergabe des operativen Geschäfts "ein Tag großer Freude". In der Rückschau beleuchtete er die Geschichte des Hauses, beginnend mit dem Busunglück vom Juni 1955, als in Höchstenbach 18 Frauen aus Rheinhausen starben. Mit großem Engagement konnte der Trägerverein zuletzt jene Phase nutzen, in der sich die Stadt Duisburg aus der Finanzierung der Schullandheime zurückgezogen hat. Seit 2003 sind so knapp 700.000 Euro in die Sanierung des 1963/64 gebauten Hauses investiert worden, vor allem in die energieeffiziente Dämmung. Ferner wurde die Bettenzahl von 93 auf 75 verringert, und sämtliche Begleiterzimmer erhielten ein eigenes Bad.
Zu den Zielen, denen sich das Haus verschreiben will, gehören die Gesundheits-, Bewegungs- und Umwelterziehung, ferner die Förderung und Integration behinderter Menschen. Auch europäische (Schul-)Partnerschaften sollen eine Rolle spielen. Damit dürfte die magere Auslastungsquote von nur 16 Prozent (auf ganze Jahr gerechnet) der Vergangenheit angehören. Künftig ist das Haus zwölf Monate im Jahr geöffnet und nicht nur neun wie bisher. "Wir starten auf einem sicheren Fundament", sagte HSG-Geschäftsführer Winfried Weber. Mittelfristig will die HSG drei Arbeitsplätze für behinderte Menschen schaffen und so das bisher vierköpfige Team verstärken.
Ortsbürgermeisterin Anke Fuchs, jüngst 100. Mitglied des Vereins geworden, und Bürgermeister Peter Klöckner begrüßten es, dass die Zukunft des Schullandheims nachhaltig gesichert werden könne. Beide sagten Unterstützung zu. Katharina Gottschling, Bezirksvorsteherin in Duisburg-Rheinhausen, führte die kleine Delegation ihrer Heimatstadt an und betonte den Rückhalt des Schullandheims im dortigen Bezirk.